Wieso das Recycling von Polyester keine Lösung ist

Dieser Bericht ist in Teilen Harpers Bazaar entnommen. Mit ihm möchten wir darauf hinweisen, dass wir (fast) polyesterfrei sind und mit Herstellern arbeiten, die biosynthetische Gewebe verarbeiten.

In über 65 Prozent unserer Kleidung sind synthetische Polymere enthalten, wobei das am häufigsten vorkommende Polymer aus Erdöl gewonnenes Polyester ist. Polyester besteht also aus derselben Basis wie Plastik. Bei jedem Waschgang der chemisch hergestellten Fasern gelangen sie ins Abwasser und können aufgrund ihrer kleinen Größe nicht gefiltert werden. Sie landen im Abwasser, im Meer sowie in den Böden des Ackerbaus

Was bedeutet es also, wenn Modelabels auf recyceltes Polyester setzen? Es mag sinnvoll erscheinen, wenn sie dafür Plastikflaschen aus dem Ozean verwenden. Schließlich wird der Müll in den Weltmeeren so reduziert und sinnvoll in Gebrauchsware wie Kleidung oder Taschen umgewandelt.
Fakt ist jedoch, dass sich das Problem der Plastikverschmutzung dadurch nicht wirklich reduziert, sondern verlagert. Denn letztlich sind Kleidungsstücke aus recyceltem Polyester genauso aus Plastik. Die Teilchen an Mikroplastik gelangen erneut ins Abwasser und der Kreislauf beginnt von vorne – mit dem tatsächlich noch gravierenderen Unterschied, dass Mikroplastik weitaus schlechter aus den Meeren gefiltert werden kann als Plastikflaschen. So gelangen die feinen Teilchen über das Abwasser, die Böden der Parkanlagen und die Nahrungskette letztlich in den eigenen Körper.
Hinzu kommt, dass das Recycling von Plastik nicht zwingend sinnvoll für das Endprodukt ist. Beim Herstellungsverfahren werden die Plastikmaterialien zunächst zerkleinert und schließlich zu einem Granulat eingeschmolzen, aus dem die neue Fasern gesponnen werden. Diese sind jedoch kürzer und dementsprechend weniger stabil als herkömmliche Polymere. Es müssen deshalb meist weitere Materialien hinzugefügt werden.

Um dem exponentiell ansteigenden Verbrauch von Polyester somit sinnvoll entgegenzuwirken, haben sich verschiedene Hersteller alternative Lösungen überlegt. Solche, die umweltfreundlich sind und vergleichbare Eigenschaften zu Polyester aufweisen. Da die sogenannten biosynthetischen Gewebe auf natürlichen Ressourcen basieren, zersetzen sie sich außerdem schneller und sind eine weitaus kleinere Belastung für die Umwelt.
Polyester aus Pflanzen werden auf natürliche Weise aus Methan über einen Fermentierungsprozess mit speziellen Bakterien hergestellt werden. Die daraus Pellets können zu Fasern verarbeitet werden, die dieselben Eigenschaften wie Polyester aufweisen – zumindest fast. Die Fasern bauen sich in den meisten natürlichen Umgebungen, einschließlich der Ozeane, biologisch ab.
Microsilk die Proteine in den Spinnenfäden, die mit biotechnologische Verfahren sowie der Gärung von Hefe, Zucker und Wasser nachempfunden werden. Heute ist die Technologie so weit, dass die Proteine im großen Maßstab nachhaltig reproduziert und schließlich in biologisch abbaubare Microsilk-Fasern gesponnen werden.
Die Faser Evo basiert auf Rizinus-Bäume. Ihr Anbau benötigt im Gegensatz zur Polyesterherstellung fast kein Wasser und nimmt auch kein Ackerland der Nahrungsmittelversorgung in Anspruch. Im Gegenteil: Die Bäume wachsen in der Wüste der Mongolei oder in Afrikas Gebieten südlich der Sahara. In seinen Eigenschaften scheint Evo sein chemisches Pendant Polyester ebenfalls zu übertrumpfen.
Tencel und Lyocell Das österreichische Unternehmen Lenzing gehört zu den führenden Herstellern für nachhaltige Materialien. Ihre auf Zellulose basierenden Tencel-, Lyocell- und Modalfasern eignen sich aufgrund der vielseitigen Eigenschaften als ideale Alternative zu Polyester

Wir nutzen ausschließlich Cookies, die für den Betrieb der Webseite erforderlich sind. Weitere Informationen

Wir nutzen ausschließlich Cookies, die für den technisch einwandfreien Betrieb der Webseite notwendig sind. Wir nutzen keine Cookies für Tracking oder Analyse Zwecke. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen